TRENDWENDE IM WEINHANDEL

Deutschland trinkt jetzt feinherben Weißwein

Advertorial

von Christoph Reiter

Schon seit Jahrzehnten zeigt sich im deutschen Weinmarkt ein festgefahrenes Bild. Trockene Weißweine sind gefragt, süßliche Weine mit Vorurteilen behaftet. Der Mainstream trinkt trockene Weine. Damit könnte jetzt allerdings Schluss sein. Immer mehr Weintrinker sind von trockenen Weißweinen gelangweilt und wünschen sich wieder etwas mehr Spaß im Weinglas. Ein Winzer deckt auf, warum derzeit so viele Menschen einen feinherben Weißwein trinken.

Winzer Konstantin Haßmann setzt bei seinen Weinen der Marke FairGrapes auf vegane und naturnahe Weine. (Foto: Pelikan)

Muss es immer trocken sein?

Heute kann man es sich kaum noch vorstellen, dass vor einigen Jahrzehnten noch jeder süßliche Weine trinken wollte. Aber vor den 70er-Jahren waren Weine mit einer leichten Restsüße noch etwas ganz Besonderes, beschreibt Konstantin Haßmann, Winzer und Mitbegründer von FairGrapes.

Nur selten schenkte die Natur den Trauben damals so viel Süße, dass davon nach der Gärung noch etwas übrig blieb. Die Produktionsmengen waren rar, die fruchtsüßen Weine genossen große Wertschätzung. Trockene Weine waren dagegen stets einfache Weine, die nicht so sehr gefragt waren.

Dann kam die Industrialisierung

Als in den 70er-Jahren die Industrialisierung so langsam Fahrt aufnahm und die Industrie sich Lösungen einfallen lassen musste, um die große Nachfrage nach lieblichen Weinen zu decken, erlaubten neue Techniken mit erheblichem Potenzial zur Kosteneinsparung die Herstellung von süßen Weinen in großen Mengen.

So hat man trockenen Weinen damals Traubensaftkonzentrat zugemischt, was diese nicht nur etwas süßer machte, sondern gleichzeitig auch Fehler und Schwächen kaschierte.

„Es begann eine Abwärtsspirale, bei der Qualität und Preise der Weine rapide nach unten fielen“, erklärt Haßmann. Am Ende fanden sich in den Regalen der Supermärkte billig-süße Industrieweine für lächerliche Preise, die das Image von süßlichen Weinen nachhaltig beschädigt haben.

Bitte nur noch trocken!

„Was damals im Supermarkt stand, hatte natürlich nichts mehr mit einem fruchtsüßen Wein zu tun, wie ihn ein Winzer herstellen würde“, so Haßmann. Im Grunde genommen waren es ja auch gar keine fruchtsüßen Weine, sondern trockene Weine, die mit Traubensaft gepanscht wurden.

Dennoch haben die billig-süßen Industrieweine nicht nur das Image deutscher Weine in der ganzen Welt nachhaltig beschädigt, sondern hierzulande auch das generelle Ansehen von Weinen aller Süßegrade ruiniert.

Spätestens ab Ende der 80er-Jahre galt, wer was auf sein Image hält, trinkt trocken. Diese Einstellung verbreitete sich zunächst langsam, dann immer schneller und erfasste schließlich eine ganze Generation „seriöser“ Weintrinker. Einen wichtigen Aspekt übersehen sie dabei leider.

Die große Kunst komplexer Weißweine

„Weißweine mit einer leichten Fruchtsüße sind besonders harmonische Weine, da sie ein sehr ausgeglichenes Verhältnis von Säure und Restzucker haben“, erklärt Haßmann. Tatsächlich genießen die deutschen Anbaugebiete hier ein Alleinstellungsmerkmal, da solche Weine nur unter klimatischen Sonderbedingungen möglich sind. 

Nur wenn kühle Witterungsverhältnisse mit einer langen Vegetationsperiode einhergehen, können vollreife Trauben mit gutem Säureniveau entstehen. Das ergibt lebendige Weine mit moderater Süße und Trinkfluss.

Säure als Gegengewicht zur Süße ist entscheidend, damit der Wein nur eine ganz leichte Fruchtsüße hat, während er ansonsten einem trockenen Wein sehr nahekommt. Wenn alles stimmt, befinden sich Säure und Süße in einem wohlproportionierten Gleichgewicht und halten sich wechselseitig im Zaum.

Vulkanische Böden im Schutze des Rheingaugebirges

Das Rheingau, welches sich über einen schmalen Streifen beginnend am Untermain südlich von Wiesbaden bis Lorchhausen nördlich von Rüdesheim am Rhein erstreckt, finden sich die besten Bedingungen für diesen leichten Weintyp. Es liegt an der einzigen Stelle, wo der Rhein von Ost nach West fließt und das Rheingau-Ufer somit eine Südausrichtung hat.

In Lagen wie hier am Hallgartener Hendelberg bietet das Rheingau die optimalen Voraussetzungen für einen guten Riesling. Die Taunushöhen bieten Schutz, der Rhein wirkt als Sonnenreflektor und zusätzlicher Wärmespeicher. (Foto: Pelikan)

Und keine andere Rebsorte kann die natürlichen Umstände dieser Region so gut in edlen Wein umsetzen, wie die Rieslingrebe. In der Nase überzeugen diese Weine mit einer enormen Fruchtkomplexität mit Noten von Zitrusfrüchten, aber auch Pfirsich oder Grapefruit versprechen viel Dynamik im Glas.

Am Gaumen beschreiben sie einen faszinierenden Spannungsbogen zwischen delikater Fruchtsüße und animierender, erfrischender Säure und Mineralität. So ist es nicht verwunderlich, dass sich immer mehr Weintrinker etwas mehr Abwechslung zu trockenen Weinen wünschen und Alternativen suchen.

Deutschland ist (wieder) bereit für komplexere Weine

Dem Winzer Konstantin Haßmann fällt dieser Trend schon seit längerer Zeit auf. „Bei Weinproben merke ich es immer wieder. Da habe ich oft Leute dabei, die mir gleich am Anfang sagen, dass sie ausschließlich trockene Weine trinken. Wenn ich dann am Ende auflöse, dass ihr Favorit ein feinherber Riesling war, den ich ihnen zwischen die trockenen Weine untergemogelt habe, sind die meisten ziemlich beeindruckt und kaufen einige Flaschen“, so Haßmann.

Feinherb liegt im Trend

„Es gibt inzwischen viele Menschen, die zu wahren Fans unseres feinherben Rieslings geworden sind“, sagt Haßmann euphorisch. Dabei ist auffällig, dass die Kunden bekennende Liebhaber von trockenen Weinen sind. „An unserem feinherben Riesling gefällt den Kunden besonders, dass er einem trockenen Wein recht nahe kommt, durch die leichte Fruchtsüße allerdings etwas kräftiger im Geschmack ist. Manche sagen sogar, die leichte Süße kitzelt ganz leicht auf der Zunge.“

So kommt es, dass die neugeborenen Feinherb-Fans richtig Spaß am Wein haben. Doch was bedeutet feinherb eigentlich? 

Ist feinherb ein halbtrockener Wein?

„Nicht immer“, antwortet Haßmann. Er führt weiter fort, dass feinherb übersetzt nichts anderes bedeutet, als dass der Wein ein gut ausgeglichenes Verhältnis zwischen Säure und Restzucker hat. 

In der Tat ist feinherber Wein von der handwerklichen Komplexität her viel schwieriger als ein trockener Wein, da der Gärungsprozess zum exakt richtigen Zeitpunkt stoppen muss, wenn Restzucker und Säure im perfekten Einklang zueinander sind. 

Er selbst nutzt für seinen feinherben Riesling und seinen trockenen Riesling beispielsweise die gleichen Riesling-Trauben. Der Unterschied liegt dann im Herstellungsverfahren. Das kann nicht jeder Winzer und es bedarf viel Erfahrung, was einer der Gründe ist, warum FairGrapes bisher einer von wenigen Anbietern ist, die feinherben Weißwein erfolgreich verkaufen.

Wer trockenen Wein mag, wird feinherben Wein lieben

Trockene Weine werden auch in den kommenden Jahren Mainstream bleiben. So zumindest lautet die Vermutung von Haßmann, der mit FairGrapes neben einem feinherben Riesling ebenfalls zwei trockene Weißweine im Angebot hat. Dennoch ist er davon überzeugt, dass nach und nach immer mehr moderne Weintrinker auf den Geschmack von feinherbem Wein kommen werden.

Nicht als Ersatz, sondern als Alternative zu trockenem Wein. Der Wunsch nach mehr Abwechslung und einem ausbalancierten Süße-Säure-Spiel ist klar erkennbar. Das ist vermutlich auch der Grund, warum Haßmann mit seinem feinherben Riesling derzeit so erfolgreich ist.

Um mehr über den feinherben Riesling von FairGrapes zu erfahren, kannst du denn Onlineshop unter www.fairgrapes.eu besuchen oder auf den folgenden Link klicken:

Zur Website von FairGrapes >

MEHR ZUM THEMA

WINZER ENTHÜLLT

Wie Supermarktweine tatsächlich hergestellt werden

WEIN TRINKEN UND NATUR SCHÜTZEN

Supermarktweine schaden der Natur, aber es gibt eine Alternative

GRÜNDER IM INTERVIEW

Jungwinzer erschüttert den etablierten Weinhandel