Neuartiges Konzept

Jungwinzer erschüttert den etablierten Weinhandel (Gründer im Interview)

Advertorial

Im Interview erklärt Konstantin Haßmann, wie er mit FairGrapes den Weinhandel revolutionieren will.

Etablierte Onlinehändler dominieren den Weinhandel auf Kosten von Winzern und Klima. Laut Konstantin Haßmann (2.v.l.), gelernter Winzer und Mitbegründer von FairGrapes, ein riskantes Spiel mit dem Feuer.

Das Wichtigste in Kürze

  • Mit einem neuartigen Konzept will ein Start-up das Erlebnis beim Weintrinken revolutionieren. Im Mittelpunkt stehen dabei die Wertschätzung der Winzer und Fairness gegenüber der Natur.
  • »Nachhaltiges Engagement wird von Unternehmen meist als Kostenfaktor gesehen«, sagt Gründer Konstantin Haßmann und klärt auf, wieso das ein Trugschluss ist.
  • Die Kombination aus klimaneutralen Weinen von leidenschaftlichen Winzern mit konkreten Natur- und Artenschutzprojekten wird von den Konsumenten gerne angenommen, sodass der erste Jahrgang von FairGrapes fast ausverkauft ist.

„Was macht FairGrapes?“

Haßmann: Wir bieten limitierte Weine an, die fair hergestellt, fair gehandelt und vor allem fair zur Natur sind. Jede Flasche unterstützt zusätzlich eines unserer Projekte zum Natur- und Artenschutz.

„Was muss sich im Weinhandel verändern?“

Haßmann: Große Weinhandelshäuser sind bis ins letzte Detail kalkuliert. Die Qualität des Weines steht schon lange nicht mehr im Vordergrund. Das wesentliche Kriterium ist nur noch der Preis.

Während meiner Winzerausbildung in einem fränkischen Weingut habe ich selbst erlebt, wie der Handel die Abnahme großer Mengen an Wein in Aussicht stellt und am Ende den Preis so weit drückt, sodass ein Weingut an diesen Geschäften nichts mehr verdient.

Haßmann kontrolliert die Qualität der Trauben im Rheingau. Wenige Monate später entsteht daraus ein Riesling.

Die Ausbeutung der Landwirte durch den Handel ist ja nichts Neues. Milchbauern wurden beispielsweise im Jahr 2008 vom Lebensmittelhandel so weit im Preis gedrückt, dass sie förmlich für einen Mindestpreis kämpfen mussten und dafür auf die Straße gegangen sind.

Konstantin Haßmann

Der gelernte Winzer und angehende Sommelier hat 2021 FairGrapes gegründet. Er und Mitgründer Christoph Reiter haben die Vision, klimaneutrale Winzerweine aus ganz Europa anzubieten, die zusätzlich Naturschutzprojekte unterstützen.

Wir wollen das in der Weinbranche verhindern, indem wir das Bewusstsein der Konsumenten schärfen und mit FairGrapes eine faire Alternative anbieten, um ein klares Zeichen setzen: Wir schätzen das Handwerk des Winzers.

„FairGrapes ist ja noch am Anfang. Wo geht die Reise hin?“

Haßmann: Ja, das stimmt, wir sind erst letztes Jahr gestartet. Trotzdem können wir schon jetzt auf hunderte zufriedene Kunden zurückblicken. Es ist schön zu sehen, dass sich insbesondere Weintrinker unserer Bewegung anschließen, die sich wirklich gut mit Wein auskennen.

Bisher bieten wir hochqualitative Weine aus Deutschland an. Einen birnigen Silvaner aus Franken, der sich super als Essensbegleiter macht und zwei spritzig-fruchtige Rieslinge aus dem Rheingau.

Bei FairGrapes werden Trauben noch per Hand gelesen. Im Vergleich zur maschinellen Ernte hat das den großen Vorteil, dass faule und unreife Trauben herausgeschnitten werden können.

Uns ist auch die Herkunft der Weine sehr wichtig. Wir wollen wissen, aus welchen Weinbergen die Trauben stammen. Außerdem müssen unsere Weine naturnah ausgebaut sein. Selbstverständlich ohne tierische Schönungsmittel, wie Gelatine oder Eiweiß.

„Wir wollen anderen Unternehmen zeigen, dass echtes nachhaltiges Engagement kein Kostenfaktor ist, sondern von den Konsumenten wertgeschätzt wird.“

Die Vision von FairGrapes ist es, klimaneutrale Weine aus ganz Europa anzubieten. Hier arbeiten wir im Hintergrund bereits an der Zertifizierung und der Erweiterung des Portfolios. Mehr kann ich dazu noch nicht sagen, das soll natürlich eine Überraschung werden.

„Was genau hat es mit den Naturschutzprojekten auf sich?“

Haßmann: Bei FairGrapes sind wir davon überzeugt, dass Konsum nachhaltiger werden muss. Und das in allen Branchen. Wir wollen anderen Unternehmen zeigen, dass echtes nachhaltiges Engagement kein Kostenfaktor ist, sondern von den Konsumenten wertgeschätzt wird. Wir wollen nicht darauf warten, dass die Politik diesen Standpunkt durchsetzt.

Unser Ziel ist, dass Wirtschaft und Konsumenten an einem Strang ziehen und es selbst in die Hand nehmen. So könnten wir gemeinsam viel erreichen. Deshalb gehen wir mit einem guten Beispiel voran und unterstützen mit jeder Flasche unserer Qualitätsweine konkrete Natur- oder Artenschutzprojekte.

Einmal jährlich zur optimalen Jahreszeit werden die Bäume für den verkauften Jahrgang gepflanzt. Hier zuletzt im März 2022 im bayerischen Ketterdorf.

Dabei ist es uns wichtig, dass die Gelder sinnvoll eingesetzt werden und die Projekte nachvollziehbar sind. Aus diesem Grund finanzieren wir ausschließlich regionale Vereine und gemeinnützige Organisationen, sodass wir den Fortschritt tagtäglich selbst begleiten können.

Mit unserem trockenen Riesling pflanzt man beispielsweise Bienen- und Insektenwiese und schafft so Lebensraum für Wildbienen und eine Vielzahl an Insekten.

Mit dem feinherben Riesling werden mit jeder Flasche zehn Liter Feuchtbiotop geschaffen, wodurch die vom Aussterben bedrohte Libelle besser geschützt wird.

Mit unserem Silvaner pflanzt man Bäume in Deutschland und unterstützt auf konkreten Projektflächen den Aufbau eines klimastabilen Mischwalds.

„Also bekommt man bei FairGrapes nicht nur Weine, sondern unterstützt dabei noch Naturschutzprojekte?“

Haßmann: Ganz genau. Wir handeln nach einem Prinzip, das einen riesigen Einfluss auf unser Klima hat, wenn alle Menschen an einem Strang ziehen.

„Nimm etwas von der Natur und gib ihr im Gegenzug etwas zurück.“

Wein ist ein so wunderbares Naturprodukt und gegen Klimaveränderung hochsensibel. Wir wollen, dass der Weinbau in Deutschland langfristig eine Zukunft hat und auf diese Weise können wir unseren Beitrag dazu leisten, indem wir das Genussvolle mit dem Sinnvollen verbinden.

„Wo gibt es die Weine zu kaufen?“

Haßmann: Bisher verkaufen wir unsere Weine im eigenen Online-Shop ( www.fairgrapes.eu ) und versenden klimaneutral direkt ab Weingut. Auch Fachhändler und Restaurants kommen mehr und mehr dazu.

Hier wird sich in den nächsten Monaten viel tun. Bis dahin freuen wir uns über jede Bestellung. Denn jede Bestellung zeigt uns, dass wir nicht nur hoffnungslose Optimisten sind, sondern dass nachhaltiger Konsum Anklang in der Gesellschaft findet.

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