Die Aufforstung der Wälder: Wie unterscheidet man sinnvolle Projekte von Greenwashing?

Die Aufforstung der Wälder: Wie unterscheidet man sinnvolle Projekte von Greenwashing?

Möglichst viele Bäume pflanzen, mit dem Ziel den Klimawandel zu verlangsamen oder gar zu stoppen. Klappt das wirklich? Wir erklären, unter welchen Voraussetzungen ein neu gepflanzter Baum einen wirklichen Mehrwert im Kampf gegen den Klimawandel bringt und wie Konsumenten und Unternehmen ein Teil der Lösung werden können.

  • Weltweit verschwindet der Wald in einem rasanten Tempo. Wir müssen handeln und die Lunge unseres Planeten schützen.
  • Aufforstung ist alles andere als einfach nur einen Baum pflanzen. Für ein erfolgreiches Aufforstungsprojekt muss auf einiges geachtet werden.
  • Viele Unternehmen pflanzen mit einem Teil Ihres Verkaufserlöses Bäume. So erkennen Sie, ob es ein Unternehmen ernst meint.

Die Lunge des Planeten

Bevor die Menschheit sesshaft wurde und sich nicht mehr durch Jagen und Sammeln, sondern durch Ackerbau ernährte, waren circa 6,2 Milliarden Hektar unseres Planeten von Wald bedeckt. 2020 waren es nur noch circa 4 Milliarden Hektar.

In rasanter Geschwindigkeit setzt sich dieser Trend fort. Das erschreckende ist, dass die Menschheit mittlerweile weiß wie wichtig der Wald für unser Klima ist.

Wälder speichern CO2. Das Treibhausgas, was für den Klimawandel verantwortlich ist. Wälder sind auch Lebensraum unzähliger Tier- und Pflanzenarten und bieten für uns Menschen einen Rückzugs- und Erholungsraum. Eigentlich genug Gründe, die für die Wiederaufforstung von Wäldern sprechen. Doch die Aufforstung von Wäldern ist nicht unumstritten. Einige Naturschutzorganisationen distanzieren sich sogar davon. Die Distanzierung einiger Organisationen wird aber oft falsch interpretiert. Denn den kritischen Organisationen geht es nicht um die Frage, ob Aufforstung sinnvoll ist, sondern unter welchen Bedingungen Aufforstung einen Mehrwert für unser Klima bietet.

Diese vier Kriterien sind bei der Aufforstung von Wäldern zu beachten

Experten sind sich einig, dass Aufforstung nur unter gewissen Voraussetzungen einen Beitrag im Kampf gegen den Klimawandel leistet. Das wahllose Pflanzen von Bäumen leistet nur einen geringen Mehrwert und schadet dem Ansehen ernsthafter Aufforstungsprojekte. Anhand folgender vier Kriterien können Konsumenten sinnvolle Projekte identifizieren.

1. Die Betreuung der Flächen nach der Pflanzung

Einfach nur einen Steckling in den Boden zu bringen, reicht nicht aus. Besonders neu bepflanzte Flächen brauchen in den ersten Jahren Unterstützung vom Menschen. Bis sich der Primärwald durchsetzt, muss er von Sekundärpflanzen befreit werden. Pflanzen, wie Brombeeren überwuchern sonst die jungen Bäume und rauben ihnen Licht und Platz. Außerdem ist an gewissen Orten das Aufstellen von Wildzäune oder Verbissschutz notwendig, um die Stecklinge vor Wildverbiss zu schützen.

2. Die Wahl der richtigen Bäume

Nicht jeder Baum speichert gleich viel CO2. Die in deutscher Forstwirtschaft beliebte Fichte speichert beispielsweise viel weniger CO2 als eine Buche, Eiche oder Kiefer. Grundsätzlich sind langsam-wachsende Baumarten die besseren CO2-Speicher. Grundsätzlich muss die Wahl der Bäume auf die regionalen Besonderheiten, wie der Boden oder das Klima abgestimmt werden. Dafür benötigt es die Expertise lokaler Förster mit fundierten Kenntnissen.

3. Mischwald statt Monokultur

    In vielen Bereichen der Welt werden Wälder intensiv bewirtschaftet. Ergiebige und schnell wachsende Monokulturen ermöglichten in den letzten Jahrzehnten gute Erträge für Forstwirte. Für unser Klima liefern Monokulturen aber nur einen geringen Mehrwert. Besonders Monokulturen sterben in den letzten Jahren durch extreme Hitzesommer und Schädlingsbefall, wie durch den Borkenkäfer ab. Es zeigt sich, dass sie anfällig für Klimaveränderungen sind. Somit geht es schon lange nicht mehr nur um die Aufforstung von Wäldern, sondern den Umbau des Waldes. Aufforstungsprojekte müssen als Ziel klimastabile Mischwälder haben. Nur so sind sie gerüstet für die Zukunft und können Extremwetterereignissen und der Klimaerwärmung standhalten. 

    4. Nicht nur Nachforsten, sondern neue Wälder schaffen

      Die ETH-Zürich fand 2019 in einer Studie heraus, dass wir den Klimawandel durch Aufforstung stoppen können, wenn wir neue Waldflächen in der Größe der Vereinigten Staaten schaffen würden. Die Studie zeigt deutlich, dass die Aufforstung von Wäldern nur ein Teil der Lösung im Kampf gegen den Klimawandel sein kann. Dennoch bleibt Aufforstung ein sehr wichtiger Teil. Denn der Verlust von Waldflächen würde eine Beschleunigung der Erderwärmung mit sich ziehen.

      Das Greenwashing Dilemma

      Viele Unternehmen engagieren sich weltweit für die Aufforstung von Wäldern. Hierbei gibt es einige schwarze Schafe, die sich den Trend zu nutzen machen und Greenwashing betreiben. Sich deshalb von jedem Unternehmen als Konsument zu distanzieren, wäre aber ein Fehler. Denn sinnvolle Organisationen, die sich für die Aufforstung von Wäldern einsetzen, sind auf finanzielle Unterstützung angewiesen. Folgende Tipps sollen Konsumenten helfen, schwarze Schafe von den wirklichen Klimahelden zu unterscheiden.

      Viele Großkonzerne setzen sich nicht ausreichend für die Reduzierung des CO2-Ausstoßes in ihrer Wertschöpfungskette ein. Sich dann aber mit kleinem Budget für Aufforstungsprojekte einzusetzen, bedeutet "Greenwashing" betreiben.

       

      Ganzheitliche Betrachtung des Unternehmens

      Die wichtigste Frage, die man sich stellen sollte, lautet: Was macht das Unternehmen abgesehen von Bäume pflanzen, um CO2 zu vermeiden? Nachhaltige Unternehmen betrachten ihre gesamte Wertschöpfungskette und setzen Maßnahmen zur Vermeidung von CO2 Emissionen um. Oft erkennt man auf den Webseiten der Unternehmen schnell, ob es sich nur um „grüne Kommunikation“ oder echtes nachhaltiges Engagement handelt. Genau hinschauen lohnt sich.

      Die durchführende Organisation des Aufforstungsprojekt

      Unternehmen haben erkannt, dass die Aufforstung von Wäldern ein lukratives Geschäft sein kann. Unter den Anbietern von Aufforstungsprojekten gibt es mittlerweile einige wirtschaftende Unternehmen, deren Ziele von Profit getrieben sind. Um ein sinnvolles Projekt zu erkennen, lohnt sich ein Blick in das Impressum der Organisation. Wenn es sich wie beispielsweise bei TreePlantingProjects um eine gemeinnützige Organisation handelt, kann man sich sicher sein, dass das Geld auch zu hundert Prozent für den richtigen Zweck eingesetzt wird.

      Transparenz des Projektes

      Ernsthaft gemeinte Aufforstungsprojekte sind maximal transparent. Unterstützende Unternehmen sollten genau wissen, wo, was und wie gepflanzt wurde und dies auch kommunizieren. Wenn das Unternehmen selbst bei der Aufforstungsaktion dabei war und genaue Informationen über die durchgeführte Aktion bereitstellt, ist es auch vertrauenswürdig.

      Unser Aufforstungsprojekt

      Bei FairGrapes haben wir eine Mission. Wir wollen Weine für einen besseren Planeten machen. Deshalb unterstützt jeder Wein ein konkretes Natur- oder Artenschutzprojekt. Mit unserem Cercus Silvaner wird ein Aufforstungsprojekt in Deutschland unterstützt. Mit jeder Flasche übernimmt man eine Baum-Patenschaft. Nach langer Recherche und vielen Gesprächen haben wir uns für TreePlantingProjects als Partner entschieden. Die gemeinnützige Organisation pflanzt in Bayern Bäume und schafft so Klimastabile Mischwälder.

      Bei FairGrapes unterstützt man mit jeder Flasche ein Naturschutzprojekt. Unser Cercus Silvaner setzt sich für die Aufforstung klimastabiler Mischwälder in Bayern ein.

      Unser erstes gemeinsames Projekt wurde im März 2022 realisiert. Zusammen haben wir 2000 Rotbuchen und Weißtannen in der Nähe von Heilsbronn gepflanzt und so eine brachliegende Fläche zu aufgeforstet.

      Wir wollen durch die Unterstützung sinnvoller Natur- und Artenschutzprojekte eine nachhaltige Alternative im Weinmarkt anbieten. Denn Bioweinbau allein reicht im Kampf gegen den Klimawandel nicht aus. Unser Ziel ist es, den CO2 Ausstoß in der Weinherstellung zu minimieren und den Rest für die Winzer zu kompensieren. Hier erfährst du mehr zu unserer Mission.